12. November 2019

Zeitungsartikel in der OZ

Danke für die Berichterstattung

09. November 2019

Die Eröffnung des Denkmals für die ermordeten Ihrhover Juden

Danke an alle Anwesenden

Fotos: Heinrich Albers – herzlichen Dank!

22. Oktober 2019

„Zielgerade“, „Entspurt“, „Namenskeile“, egal, welche Überschrift für diesen Beitrag  mir durch den Sinn geht, ich verspüre  ein Unbehagen.

Seit einigen Tagen arbeite ich an den dreizehn Namensschildern, Namenskeilen, welche  den Stelen beigefügt werden sollen. Ein Mitarbeiter im Betonwerk hat mir nach meinen Vorstellungen und Wünschen Formen hergestellt.  

Diese Formen habe ich mit einem Spezialmörtel gefüllt. Dann, nach einigen Stunden, als der Mörtel abzubinden begann, habe ich die jeweiligen Namen in den Mörtel eingeritzt. Dann vorsichtig den Grat entfernt, der beim Einritzen entstanden war; diesen Vorgang vier Mal wiederholt.

Eine Bekannte hatte vor einiger Zeit gefragt, „was denn die Arbeit am Denkmal mit mir mache“. 

Bisher konnte ich nicht so recht eine Antwort geben, dachte aber regelmäßig an diese Frage.

Jetzt, da ich jeden Namen mit einer Radiernadel und einem Cutter mehrfach in den Beton gekratzt, geritzt, geschabt habe, ist mir doch klar geworden, dass dieser Arbeitsvorgang „etwas mit mir gemacht hat“.

Allerdings fällt es mir schwer, das in Worte zu fassen; eben kann ich es nicht. Vielleicht später.

Da wo die Sprache versagt , ist Schweigen angesagt.

Jetzt habe ich eine kleine Fräsmaschine  genommen, was ich bisher vermieden hatte. Das Ergebnis mit Maschine sieht besser aus als meine Handarbeit. 

Ich werde die Namen also nacharbeiten.

22. Oktober 2019

Die Endphase beginnt-Heiko kommt dazu

Als Vierter im Bunde kommt Heiko dazu; er arbeitete meist etwas am Rande des Geschehens und ist nur auf einem Bild, dann auch noch überdeckt, zu sehen.

Die Arbeit geht gut voran. Mathias sagt voraus, dass wir wohl am Donnerstagabend fertig werden. Wir: das kann ich sagen, denn auch ich packe an, wo immer es geht. 

Allerdings habe ich bei den Vieren so eine Art „Altersbonus“, ich merke, dass sie mir schwere Arbeiten ungern zumuten wollen. Meist reiche ich Mathias Steine an; ich bitte ihn, sie so zu setzen, wie es sein Bauchgefühl ihm sagt; er antwortet meist, ich sei der Chef. 

Wolfgang pfastert ein Segment neben einem „wilden“ Bereich sehr ruhig, fast ohne Fugen. 

Heinz-Hermann liefert ein kleines „Meisterstück“ mit großen Granitblöcken, die sehr unterschiedliche Höhen aufweisen. Er ist es, der ganz liebevoll in stundenlanger Handarbeit verfugt, mit Handfeger und Gießkanne.

Wolfgang trennt den letzten Schlussstein, einen Kupferschlackestein. Da hat die Flex ordentlich zu tun.

Heiko hat meist im Hintergrund gearbeitet, mit dem Vorderlader Steine von Bauhof geholt, die Flächen für die Bänke vorbereitet.

Als Wolfgang den Besen hoch hält, nachdem er, quasi als letzten Arbeitsgang, die Fläche noch einmal gefegt hat, ist es doch Freitagmittag geworden.

Mein Dank geht an die vier Mitarbeiter Mathias Tammen, Wolfgang Appeldorn, Heinz-Hermann Bakker und Heiko Harders.

Mein Dank für die Installationsphase geht an Karsten Meiners und Jan Wist.

Ebenso danke ich Dieter Höppner, der als Leiter des Bauhofes, die Arbeiten umsichtig und in meinem Sinne koordiniert hat.

22. Oktober 2019

Das neue Team

Heinz-Hermann – Matthias – Wolfgang

Jetzt, da der Sockel und die Stelen stehen, übernimmt das neue Team die Pflasterarbeiten: Heinz – Hermann – Matthias – und Wolfgang (auf dem Photo von links). 

Zunächst einmal wird der einzige Zugang zum Denkmal gepflastert; zwei Meter breit, rollstuhlgerecht; sogar für die Steigung gibt es eine Vorschrift.

Am frühen Nachmittag ist der Zugang fertig; die Klinker hatte ich zusammen mit Dieter ausgesucht. Sie stehen in deutlichem   Kontrast zu allen anderen Bestandteilen des Denkmals. 

Dann legen alle drei provisorisch die Kreisform fest, welche das eigentliche Denkmal einfassen soll. Ich freu mich auf den Mittwoch, da beginnt dann das „free style-Pflastern“.

21. Oktober 2019

Ausschalen und Einebnen

Endlich, am Montag, ist es soweit. Karsten und Jan schalen den Sockel aus und er erscheint so, wie er aussieht.  Spuren der Schalungsrafels sind zu sehen, Löcher für die Gewindestangen.

Ich mag es, wenn Spuren des Arbeitsprozesses sichtbar bleiben; Jan und Karsten haben dem auch zugestimmt. Morgen, am Dienstag, beginnt die Pflasterung des Platzes.

19. Oktober 2019

Betonieren

Am Freitag war es so weit. Nichts ist so konkret wie Beton, darum heiß er wohl „concrete“ im Englischen.

Karsten und Jan hatten die Schalung verstärkt , dennoch waren sie ein wenig unter Stress, ob sie standhalten würde. Immerhin wiegt der Beton, der in die Schalung eingebracht wurde, mehrere  Tonnen; die genaue Zahl ist mir eben nicht gegenwärtig, und ich will nicht übertreiben.

Dann aber: alles bestens. 

Am kommenden Montag wird ausgeschalt.

18. Oktober 2019

Zeitungsartikel in der OZ

Danke an Dirk Hellmers für den klasse Bericht und auch für den Besuch!

16. Oktober 2019

Dienstag

Wie soll ich diesen Tag beschreiben?

Egal, welche Worte mir einfallen, Bilder, Vergleiche,Metaphern, alles liegt schief.

Egal: Es war ein sehr erfolgreicher Tag, am Ende des Tages standen alle 13 Stelen.

Aber der Reihe nach: Am Morgen luden Bernhard Baalmann und der bulgarische Kollege Tycho innerhalb einer Stunde alle Stelen auf einen Anhänger. Dreizehn Mal im Durchschnitt 6oo Kilogramm.

Karsten steuerte den Anhänger, der von einem Riesenschlepper gezogen wurde, anschließend durch den Hammrich zum Denkmalsplatz.

Es dauerte eine kleine Weile, bis die erste Stele am rechten Ort mit der richtigen Neigung stand. Danach ging es zügig voran.

Jan Wist und Karsten Meiners arbeiten derart konzentriert, effektiv und im Laufschritt, dass kurz nach 15 Uhr alle dreizehn Stelen standen, am vorgesehenen Ort, nach meinen Vorstellungen ausgerichtet. Und das, obwohl die Sonne schien und die Arbeit am Nachmittag durchaus schweißtreibend war.

Ich hatte gedacht, dass der Vorgang des Aufstellens wohl zwei Tage dauern würde; auch Bernhard Baalmann war überrascht, dass die beiden Kollegen es in einem Tag geschafft hatten.

Eigentlich hätte Jan dann sagen müssen: „Wir sind jetzt, am Dienstag, so weit, wie wir am Freitag sein wollen“.

Zwischendurch ein Besuch eines Redakteurs vom Generalanzeiger, der am Mittwoch zu zwei schönen Artikeln führt.

14. Oktober 2019

Überraschungen

…. gibt es immer wieder. 

Dieter Höppner., Leiter des Bauhofes Ihrhove, Mitarbeiter Karsten Meinders und Jan Wist ( auf dem Foto von rechts) besprechen die Lage, aber dann kommt es anders.

Genau dort, wo das Denkmal hin soll, befindet sich schon ein Fundament; dort war einmal ein Brunnen.

„Jetzt sind wir schon da, wo wir übermorgen sein wollten“, sagte Jan Wist.

11. Oktober 2019

Baubeginn 1

Karsten Meinders bereitet  die Fläche für die Errichtung des Denkmals vor.

Arbeitsbesprechung und Festlegung der Grundfläche

Jan Wist und Karsten Meinders schlagen den ersten Pfosten ein.

18. September 2019

Fotos von Henrik Zein

Vielen Dank an Henrik Zein vom General-Anzeiger für die Fotos.

17. September 2019

Der Tag der zwei Erkenntnisse

Heute am Dienstag, dem neunten Arbeitstag, hatte ich im Laufe der Arbeit zwei Erkenntnisse.

Zunächst hatte Detlef Hermann vorbeigeschaut, wir hatten ein gutes Gespräch. Im Verlauf dieses Gesprächs stellte sich heraus, dass wir beide die sichtbaren Arbeitsspuren an den Einkerbungen oben besser fanden als den hinterher übermalten Zustand. Diesen Gedanken habe ich später mit Bernhard Bahlmann noch einmal besprochen, auch er fand diesen Gedanken gut.

Also: Ich lasse jetzt die Einkerbungen am oberen Achtel so, dass die Zuschlagstoffe sichtbar sind. Kleine und größere Kieselsteine, unterschiedliche Farbtupfer, Weserkies zum Beispiel ist meist rötlich, dazwischen das hellere Grau der Zement-Ummantelung.

Natürlich wirken diese Einkerbungen oder Einschnürungen jetzt viel stärker.

Die zweite Erkenntnis: Bei dem wechselnden Wetter heute schien gegen Mittag die Sonne, ich bemerkte zum ersten Mal sehr nachdrücklich, dass die einzelnen Stelen Schatten auf die Danebenstehenden warfen. Sehr beeindruckend fand ich fand ich die Zweiteilung mancher Stelen: der obere Teil im Sonnenlicht, der untere Teil in Schatten, dabei der Schatten als Schlagschatten scharf konturiert. Das war ein interessantes visuelles Erlebnis.

Ich denke, auch die spätere Schattenbildung auf der Grundfläche sollte manchen Fotografen inspirieren.

Jetzt stehen alle 14 Stelen und die erste Arbeitsphase, die im Betonwerk, geht ab morgen in die Endphase.

11. September 2019

Zehn Stelen

Heute habe ich ich mit einer farbgleichen Reperaturmasse die Einschnürungen der Stelen überstrichen. Es ist ja bekannt und auch einsichtig, dass an einer Skulptur Farbe eine stärkere Wirkung entfaltet als die plastische Form.

Jetzt sind die Stelen in ihrer Farbe wieder relativ einheitlich; inzwischen sind es zehn.

So kann ich besser beurteilen, wie ich an der Differenzierung der Stelen weiterarbeiten kann. Zudem hat die Arbeit mit dem hochwertigen Reperaturmörtel mir weitere Möglichkeiten der Oberflächenbearbeitung eröffnet.

10. September 2019

Acht Stelen stehen jetzt

Acht Stelen stehen jetzt,die rundumlaufende Einfräsung ist angelegt, nicht fertig.

Das Gute: Die Stelen sind jetzt auf der Grundfläche nach meinen Vorstellungen angeordnet, und ich bekomme einen ersten Eindruck, auch ein Gefühl, wie das fertige Denkmal aussehen könnte. Die Abstände der Stelen zueinander sind nicht nur wichtig, sondern entscheidend für das Raumgefühl.

Bernhard und Frank sind durch die eng stehenden Stelen gegangen und haben formuliert, dass sie sich dabei beklemmt, unwohl gefühlt haben.

So soll es sein, das waren Rückmeldungen, die mich erfreut haben.

06. September 2019

Die Arbeit im Steenfelder Betonwerk geht weiter

Bernhard Bahlmann und ein weiterer Mitarbeiter stellen die ersten beiden Stelen in Halle 4 auf. Dort wird mein Arbeitsplatz für die kommenden 14 Tage sein.

05. September 2019

Die Arbeit beginnt

Die Arbeit am „Denkmal für die ermordeten Ihrhover Juden“ beginnt. Heute, am 5. September 2019, sind die ersten beiden Stelen für das Denkmal im Betonwerk Steenfelde ausgeschalt worden.

Das Foto zeigt die ersten Stelen und Holger Bahlmann, der sich vor Ort um die Herstellung der Stelen kümmert.

Das Projekt

Die vierzehn Stelen werden so angeordnet, dass auf der Bodenfläche ein Rechteck erkennbar ist, das an die Bodenfläche eines Eisenbahnwaggons erinnert.

Die daneben liegenden Kreissegmente, die Gesamtform der Denkmalsfläche, annährend ein Kreis, sind in der Höhe angehoben, so dass die Grundfläche, auf denen die Stelen stehen, abgesenkt erscheint. Beide Kreissegmente bestehen aus schwarzen Wasserbausteinen und alten weißen Sandsteinen aus der Emder Neuen Kirche. Die Steine sind alle unterschiedlich tief in die Bodenfläche eingelassen, einige stehen ein wenig schief und krumm, so dass der Eindruck einer unebenen, nicht begehbaren Bodenfläche entsteht.

An den Ecken der Kreissegmente werden Betonplatten eingelassen, auf denen Begriffe stehen, welche die Situation in der Endphase der Weimarer Republik thematisieren und so den gesellschaftlichen Kontext erhellen, wie es zur Deportation und anschließenden Ermordung von ehemaligen Mitbürgern kommen konnte.

Solche Begriffe könnten sein: Terror- Angst- Gewalt- Hass – Schweigen – Wegsehen- (Widerstand/ ?)

Diese Begriffe könnten, müssten aber nicht zwingend in die Gestaltung des Bodens aufgenommen werden.

Weiterhin könnten Gestaltungselemente berücksichtigt werden, die einen Hinweis auf etwas typisch Ostfriesisches darstellen, wie Ziegel- und Klinkerscherben. Ebenso könnten Glasscherben in ein Bodensegment eingebracht werden, ein Hinweis auf die “ Reichsprogromnacht“, die jahrzehntelang Reichskristallnacht genannt wurde.

Meines Erachtens würde allerdings auch schon die Bodengestaltung mit Wasserbausteinen und weißen Sandsteinen ausreichen, die zusätzlichen Elemente könnten als übertrieben didaktische Elemente (erhobener Zeigefinger) verstanden werden. Ich denke, dass die unebene, prinzipiell nicht begehbare Bodenfläche genug „erzählt“. Zudem soll ja im Rathaus didaktisch aufbereitetes Material zugänglich sein, das auf den Ergebnissen von Hermann Adams fußt.

Auf dem Bild: Der vorgesehene Platz in Ihrhove